Erstmusterprüfbericht (EMPB)

EMPB ist eine Abkürzung für Erstmusterprüfbericht

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Glossarbeitrag

Erstmusterprüfbericht

Der Erstmusterprüfbericht (EMPB) dokumentiert alle Prüfungsergebnisse eines Erstmusters. Der EMPB dient als verbindlicher Nachweis, um Produkte oder Bauteile vor dem eigentlichen Produktionsstart für die Serienfertigung freizugeben.

Der EMPB ist das zentrale Dokumentations- und Nachweisinstrument innerhalb des Produktionsprozess- und Produktfreigabeverfahrens (PPF) nach VDA Band 2. Er dient als Beleg dafür, dass der Lieferant alle Qualitäts- und Geometrieanforderungen des Kunden unter realen Serienbedingungen erfüllen kann.

Strukturell ist der EMPB wie ein Kriterienkatalog aufgebaut. Bei der Herstellung und Abnahme von Produkten werden hier alle Prüfungsergebnisse am Erstmuster dokumentiert, wie beispielsweise Maße, Materialien oder besondere Eigenschaften.

EMPB-Erstmusterpruefbericht-Erklaerung

Die Abkürzung EMPB steht für Erstmusterprüfbericht.

Bezeichnungen und Zuordnung

Was ist der Zweck eines EMPB?

Mit dem Erstmusterprüfbericht kann der Lieferant (Zulieferer) dem Kunden (Hersteller) nachweisen, dass die gelieferten Produkte dessen Vorgaben und Qualitätsanforderungen entsprechen. Im EMPB dokumentiert der Lieferant die ermittelten Ist-Werte des Produktes bzw. Produktionsteils und gleicht sie mit den Soll-Werten des Kunden ab. Zudem erfolgt im Erstmusterprüfbericht eine Zusammenfassung und Dokumentation aller wichtigen Informationen zu einem Produkt, wie Anforderungen an das Produkt, Qualität und notwendige Tests.

Welche Funktion hat ein EMPB?

Ein Erstmusterprüfbericht erfüllt im Qualitätsmanagement und in der Lieferkette folgende zentrale Funktionen.


Der EMPB liefert den Nachweis der Serienfähigkeit (Qualitätsbeleg)

Der EMPB liefert den objektiven, dokumentierten Beweis, dass der Lieferant in der Lage ist, ein Produkt unter realen Serienbedingungen – exakt nach den Spezifikationen und Vorgaben des Kunden – zu fertigen.


Der EMPB dient als rechtliche und formale Freigabe

Der EMPB dient als verbindliches Freigabedokument. Erst wenn der Kunde den EMPB ohne Mängel genehmigt, erhält der Lieferant die offizielle Erlaubnis, mit der eigentlichen Serienproduktion zu beginnen.


Risikominimierung für Kunde und Lieferant

Für den Kunden:
Der EMPB verhindert teure Fehlproduktionen, Ausschuss oder spätere Reklamationen, da Abweichungen rechtzeitig vor dem Start der Serienproduktion erkannt werden.

Für den Lieferanten:
Der EMPB sichert den Lieferanten rechtlich ab, da der Kunde mit der Freigabe bestätigt, dass die gelieferte Qualität den Anforderungen entspricht.


Gewährleistung der Rückverfolgbarkeit

Das Dokument sichert eine lückenlose Dokumentation aller Werkstoffeigenschaften, Maße, Oberflächengüten und Prüfverfahren. Dies ist besonders in regulierten und sicherheitskritischen Branchen – wie Automotive, Luftfahrt oder Medizintechnik – für Audits und Haftungsfragen gesetzlich vorgeschrieben.

Was sind Anlässe für die Erstellung eines EMPB?

Der Anlass für die Erstellung eines Erstmusterprüfberichts kann verschiedene Gründe haben, wie der Start einer seriellen Produktion, ein neues Produktdesign, ein Redesign oder die erneute Überprüfung der Herstellerqualität.

Je nach Absprache werden Erstmusterprüfberichte sowohl vom Zulieferer als auch vom Abnehmer gefordert und bearbeitet.

In diesen Fällen ist in der Regel eine Erstbemusterung durchzuführen:

  • Ein neues Produkt oder Produktteil wird erstmals in Serie gefertigt
  • Ein Fehler an einem bestehenden Produkt oder Produktteil wurde behoben und soll nun wieder in Serie gefertigt werden.
  • Ein Produkt oder Produktteil wird aus einem anderen Material – wie ursprünglich genehmigt – gefertigt.
  • Verlagerung des Produktionsstandorts
EMPB Deckblatt nach VDA

EMPB-Deckblatt nach VDA

Nebenstehend finden Sie ein Beispiel für ein EMPB Deckblatt nach VDA. In der Vorlage wird ein Ventilträger geprüft. 

Das komplette (mehrseitige) Beispiel für einen EMPB nach VDA können Sie hier als PDF downloaden.

Weiter unten auf dieser Seite haben Sie die Möglichkeit, eine ausführliche EMPB-Vorlage nach VDA als Excel-Tabelle herunterzuladen.

 

Was beinhaltet ein EMPB?

Der Erstmusterprüfbericht dokumentiert die Ergebnisse der Prüfung am „Erstmuster“, wie:

  • Geometrien und Maße (Soll- und Ist-Werte)
  • Materialien
  • Haptik
  • Aussehen
  • Besondere Merkmale und Eigenschaften

Alle relevanten Soll- und Ist-Werte eines Teils/Produktes werden im Detail im Erstmusterprüfbericht dokumentiert, so können im Falle einer fehlerhaften Produktion Fehler schnell aufgedeckt und behoben werden – idealerweise vor dem Start der Serienproduktion.

EMPB: Produkbezogene Nachweise zu Maßen und Geometrien

Wer erstellt einen EMPB?

In der Regel werden Erstmusterprüfberichte von Zulieferern (Lieferanten) erstellt. Der Erstmusterprüfbericht dient dem Lieferanten als Nachweis gegenüber dem Kunden, dass die gelieferten Produkte den im EMPB definierten Qualitätsanforderungen entsprechen.

Aufbewahrungsfristen von Erstmusterprüfberichten

Die Aufbewahrung von Erstmusterprüfberichten richtet sich nach §257 Abs. 1 HGB und § 147 AO.

In der Regel gilt für produktionsrelevante Dokumente und Erstmusterprüfberichte eine Archivierungsfrist von mindestens 10 Jahren nach Serienauslauf, bei dokumentationspflichtigen Bauteilen (z.B. Sicherheitsbauteilen) oft bis zu 15 oder 30 Jahre.

Verwandte Begriffe

Erstmuster

Bevor ein Teil oder Produkt in die Serienfertigung gehen kann, werden die ersten Teile, die unter realen Serienbedingungen produziert wurden, dem Kunden zur Prüfung vorgelegt. Diese Produkte nennt man Erstmuster.

Erstmusterprüfung

Die Prüfung der Erstmuster durch den Auftraggeber nennt man Erstmusterprüfung. Für den Abnehmer der Ware ist die Erstmusterprüfung eine wichtige Möglichkeit, um eine Qualitätskontrolle an der bestellten Ware durchzuführen, bevor diese in die Serienproduktion geht.

Produktionsprozess- und Produktfreigabe (PPF)

Das PPF-Verfahren bezeichnet das standardisierte Gesamtverfahren zur Bemusterung im deutschsprachigen Raum (nach VDA Band 2). Der Erstmusterprüfbericht (EMPB) ist das verbindliche Ergebnisdokument, welches am Ende dieses Prozesses steht und die konkreten Produktprüfungen dokumentiert.
→ Obwohl das PPF-Verfahren inhaltlich weit über den reinen Dokumentationsbericht hinausgeht, werden beide Begriffe in der Praxis häufig synonym verwendet.

Production Part Approval Process (PPAP)

PPAP ist das nordamerikanische Pendant zum deutschen PPF-Verfahren (nach AIAG).

Vorlage Erstmusterprüfbericht nach VDA

Ein Beispiel für einen EMPB nach VDA können Sie hier per PDF downloaden.

➤ Im folgenden Abschnitt haben Sie die Möglichkeit eine ausführliche
EMPB-Vorlage nach VDA als Excel-Tabelle downzuloaden.

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